Politik der Unmenschlichkeit 2015 Düsseldorf 89cm x 99cm Gedicht Kleine Füße von Sabine Krügler Düsseldorf Nov.2015

Politik der Unmenschlichkeit
2015 Düsseldorf
89cm x 99cm

Kleine Füße

Kleine Füße laufen schnell und lassen sich gern suchen
Kleine Füße essen gerne Schokoladenkuchen
Kleine Füße lachen, singen, springen über Steine
Kleine Füße tanzen gerne, werfen hoch die Beine
Kleine Füße gehen brav am Feiertag spazieren
Kleine Füße pfeifen oft auf sämtliche Manieren
Kleine Füße fahren Fahrrad schnell und quietschvergnügt
Kleine Füße spielen Fußball bis der Ball ins Fenster fliegt
Kleine Füße wissen, dass die Mutter sie beschützt
Kleine Füße wissen immer wo zu Hause ist
Kleine Füße haben oftmals eine Menge Mut

Die Welt der Großen zu erkunden, fragen wer dort Gutes tut

Kleine Füße laufen lange für ein Stückchen Brot
Kleine Füße müssen rennen raus aus ihrer Not
Kleine Füße haben nirgendwo den Platz um frei zu spielen
Kleine Füße fürchten, dass Soldaten auf sie zielen
Kleine Füße fliehen oftmals vor Gewalt und Tod
Kleine Füße steigen dann in ein Flüchtlingsboot
Kleine Füße müssen oftmals stehen stundenlang
Kleine Füße müssen finden einen Grenzdurchgang
Kleine Füße haben keine Kraft mehr um sich noch zu wehren
Kleine Füße stehen dann einfach nur im Regen
Kleine Füße brauchen täglich neuen Mut 

Die große Welt hat fast vergessen, wie man Gutes tut

Sabine Krügler  November 2015

Sabine Krügler Homepage

Sturm Ela I 2015 Düsseldorf 38cm x 100cm

Sturm Ela I 
Petra Suckau
2015 Düsseldorf
38cm x 100cm

Der Sturm

Zuerst ein leises Rauschen in den Zweigen
Die Blätter wiegen sich im Abendwind
Die Wolken ziehen friedlich ohne Eile
Und in der Ferne lacht ein Kind

Es ist so ruhig, golden strahlt die Sonne
Und taucht den Himmel bald in sanftes Rot
Ein schwüler Sommertag neigt sich dem Ende
Kündigt sich an des Wetters Wende?

Auf einmal wird der Himmel dunkel
Es zucken Blitze übers Firmament
Wo eben weiße Wolken trieben
Nun violett der Himmel brennt

Der Wind nun nicht mehr leise rauschet
Es tobt auf einmal ein Orkan
Uralte Bäume sich nun biegen
Wird die Naturgewalt den Mensch besiegen?

Der Regen peitscht durch alle Straßen
Begleitet von dem Wind, der dir den Atem nimmt
Die Bäume brechen, Blätter, Zweige fliegen
Was hundert Jahre wuchs ist in Sekunden nun dahin

Mit Macht entfesselte Gewalten
Zerstören, was der Mensch sich schuf
Der Wind, das Wasser wild nun wüten
Der Mensch voll Angst nun seinen Herrgott ruft

Auf einmal legt der Wind sich wieder
Der Regen fällt noch leise vor sich hin
Die Stille wird gespenstisch werden
Wenn auch der letzte Regentropfen verrinnt

Sabine Krügler
2015 Düsseldorf

Bild 1:
Sturm Ela II
2017 Düsseldorf
83,5cm x 120cm

Bild 2:
Sturm Ela III - Neubeginn
Petra Suckau
2017 Düsseldorf
80cm x 140cm

Sturm Ela II 2017 Düsseldorf 83,5cm x 120cm
Sturm Ela III Neubeginn 2017 Düsseldorf 80cm x 140cm